DSGVO für Vereine:
Was ihr wirklich braucht
Keine Panik, kein Juristendeutsch. Hier steht, was eure Vereinswebsite braucht, um DSGVO-konform zu sein — und was ihr getrost ignorieren könnt.
Ich betreue seit 2007 Vereinswebsites. In der Zeit habe ich ungefähr 200 Datenschutzerklärungen gelesen, die nicht zur Website gepasst haben, und mindestens 50 Cookie-Banner gesehen, die mehr Daten gesammelt haben als die Website selbst. Die DSGVO ist kein Hexenwerk — aber die meisten Vereine machen es sich entweder viel zu kompliziert oder viel zu einfach.
Zwei Sorten Verein, beide falsch.
Typ A: Der Angstverein
Hat gehört, dass DSGVO-Verstöße 20 Millionen Euro kosten können. Traut sich kaum noch, Fotos vom Sommerfest zu zeigen. Hat drei verschiedene Cookie-Banner ausprobiert und versteht keins davon. Die Website ist seit 2018 nicht mehr aktualisiert worden — aus Angst, etwas falsch zu machen.
Typ B: Der Ignorant
Denkt: „Wir sind nur ein kleiner Verein, da kontrolliert keiner.“ Hat noch Google Fonts über die US-Server eingebunden. Die Datenschutzerklärung ist von 2019 und wurde nie aktualisiert. Cookie-Banner? Wozu. Hat noch nie eine Abmahnung bekommen — und verwechselt Glück mit Recht.
Wie es sein sollte
Die Basics sind erledigt, die Website läuft sauber, und niemand im Vorstand muss nachts wach liegen. Das ist machbar — auch für Vereine mit null Technik-Affinität. Diese Seite zeigt euch wie.
7 Dinge, die eure Website wirklich braucht.
Kein theoretisches Wunschkonzert, sondern das, was bei einer Prüfung tatsächlich beanstandet wird. Sortiert nach Dringlichkeit.
SSL-Zertifikat (https://)
Ohne SSL ist eure Seite nicht verschlüsselt. Jeder Kontaktformular-Eintrag, jede Spende wandert im Klartext durchs Netz. Browser zeigen mittlerweile eine fette Warnung an — „Diese Seite ist nicht sicher“. Das allein kostet euch schon Besucher, bevor irgendein Datenschützer sich meldet.
Aufwand: 5 Minuten beim Hoster. Oft kostenlos (Let’s Encrypt).
Datenschutzerklärung
Jede Website braucht eine. Und zwar eine, die zu eurer Website passt — nicht die vom Nachbarverein rauskopiert. Nutzt ihr ein Kontaktformular? Muss rein. Google Maps eingebettet? Muss rein. Newsletter-Anmeldung? Muss rein. Am einfachsten: Einen Generator nutzen, z.B. den von eRecht24 oder dem Datenschutz-Generator von Dr. Schwenke.
Aufwand: 30–60 Minuten mit einem Generator. Einmal im Jahr prüfen.
Cookie-Banner (das richtige)
Hier wird’s tricky. Nicht jede Website braucht ein Cookie-Banner. Wenn ihr keine externen Dienste einbindet (kein YouTube, kein Google Maps, kein Analytics, keine Social-Media-Buttons), dann setzt ihr nur technisch notwendige Cookies — und braucht kein Banner. Aber: Die wenigsten Vereinsseiten kommen ganz ohne externe Dienste aus. Sobald ein YouTube-Video oder ein Google-Maps-Kartenausschnitt auf der Seite ist, braucht ihr ein Banner, das erst fragt, bevor es lädt.
Aufwand: Plugin einrichten (z.B. Real Cookie Banner), 1–2 Stunden. Danach läuft es.
Google Fonts lokal einbinden
Das ist der Klassiker. 2022 gab es eine Abmahnwelle gegen Websites, die Google Fonts direkt von Googles Servern geladen haben. Problem: Bei jedem Seitenaufruf wird die IP-Adresse des Besuchers an Google in die USA geschickt — ohne Einwilligung. Die Lösung: Schriften herunterladen und auf dem eigenen Server hosten. Technisch kein Hexenwerk, aber man muss wissen, dass man es tun muss.
Aufwand: 15 Minuten mit einem Plugin wie OMGF. Einmalig.
Impressum
Kein reines DSGVO-Thema, aber wird genauso oft vergessen oder ist fehlerhaft. Ein Verein braucht im Impressum: Vereinsname, Registergericht und VR-Nummer, vertretungsberechtigte Personen (Vorstand), Anschrift, E-Mail. Was erstaunlich viele vergessen: Wenn der Vorstand wechselt, muss auch das Impressum aktualisiert werden. Passiert fast nie.
Aufwand: 10 Minuten. Nach jeder Vorstandswahl prüfen.
Kontaktformulare absichern
Wenn jemand über euer Kontaktformular schreibt, verarbeitet ihr personenbezogene Daten. Also: In der Datenschutzerklärung erwähnen, Daten nicht länger speichern als nötig, und eine Checkbox drunterpacken, die auf die Datenschutzerklärung verweist. Kein vorausgefülltes Häkchen — der Besucher muss aktiv zustimmen.
Aufwand: 15 Minuten im Formular-Plugin.
Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hoster
Klingt bürokratisch, ist aber simpel: Euer Hoster verarbeitet Daten eurer Besucher (IP-Adressen, Logfiles). Dafür braucht ihr einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Die meisten großen Hoster (Hetzner, All-Inkl, IONOS, Mittwald) bieten den als PDF zum Download an. Runterladen, unterschreiben, ablegen. Manche bieten das sogar als Klick im Kundenportal an.
Aufwand: 10 Minuten. Einmalig.
Keine Theorie — das sind Sachen, die mir bei echten Vereinswebsites regelmäßig begegnen.
| Fehler | Warum das ein Problem ist | Was ihr tun solltet |
|---|---|---|
| Google Analytics ohne Cookie-Consent | Jeder Seitenaufruf schickt Nutzerdaten an Google in die USA — ohne Einwilligung | Auf Plausible oder Matomo wechseln, oder Analytics erst nach Cookie-Consent laden |
| Fotos von Kindern ohne Einwilligung der Eltern | Besonders heikel bei Jugendvereinen. Ein Elternteil beschwert sich — und hat Recht | Schriftliche Foto-Einwilligung einholen. Bei Kindern: beide Erziehungsberechtigte |
| Newsletter ohne Double-Opt-In | Ohne bestätigte Anmeldung könnt ihr nicht beweisen, dass jemand den Newsletter wollte | Double-Opt-In in Brevo/Mailchimp aktivieren. Ist eine Einstellung, kein Aufwand |
| Datenschutzerklärung von 2019 | Neue Dienste hinzugefügt, alte rausgenommen — aber die Erklärung ist noch die alte | Einmal im Jahr durch den Generator jagen und abgleichen |
| WhatsApp-Gruppe als Vereinskommunikation | WhatsApp teilt Kontaktdaten aller Gruppenmitglieder mit Meta. Einwilligung? Fehlanzeige | Signal oder Threema als Alternative. Oder zumindest eine Einwilligung einholen |
Fotos auf der Vereinswebsite: Was darf, was nicht?
Das ist das Thema, das in Vorstandssitzungen die meiste Unsicherheit auslöst. Deshalb hier in Kurzform:
Was davon übernimmt vereinsbühne?
Wenn ihr eure Website bei uns betreuen lasst, sind folgende DSGVO-Punkte von Anfang an erledigt:
- SSL-Zertifikat — wird automatisch eingerichtet und erneuert sich selbst
- Google Fonts — lokal gehostet, keine Verbindung zu Google
- Cookie-Banner — Real Cookie Banner, korrekt konfiguriert, blockiert externe Dienste bis zur Einwilligung
- Datenschutzerklärung — wir erstellen sie passend zu eurer Website und aktualisieren sie, wenn sich was ändert
- Impressum — wir erinnern euch nach jeder Vorstandswahl daran, es zu aktualisieren
- AVV mit dem Hoster — ist bei uns schon abgeschlossen
- Analytics — wir nutzen Plausible (selbst gehostet, in der EU, kein Cookie nötig)
- Kontaktformulare — mit Datenschutz-Checkbox und korrekter Speicherdauer
Was wir nicht für euch machen können: Foto-Einwilligungen einholen (das müsst ihr vor Ort regeln) und eure WhatsApp-Gruppe ersetzen. Aber den Baustein Foto-Einwilligungen gibt’s als Add-on — damit könnt ihr digitale Einwilligungen per Smartphone einholen und habt alles dokumentiert.
Zum Thema Datenschutz.
Braucht unser Verein einen Datenschutzbeauftragten?
Können wir als Verein abgemahnt werden?
Dürfen wir Mitglieder-E-Mails für den Newsletter nutzen?
Was machen wir mit alten Mitgliederdaten nach dem Austritt?
Reicht ein Cookie-Banner von einem kostenlosen Plugin?
Müssen wir ein Verarbeitungsverzeichnis führen?
Das könnte euch auch helfen.
DSGVO soll kein Thema
mehr für euch sein?
Bei vereinsbühne ist die DSGVO-Grundausstattung in jedem Setup dabei. Kein Extra, kein Aufpreis. Im Erstgespräch schauen wir uns an, wie eure aktuelle Seite dasteht — und was sich mit wenig Aufwand verbessern lässt.
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