Muster · sofort nutzbar

Protokoll der Mitgliederversammlung.
Das vollständige Muster.

Ein Ergebnisprotokoll mit allen Angaben, die später jemand braucht — das Registergericht, das Finanzamt, der nächste Vorstand. Zum Kopieren, ohne E-Mail.

Ein Protokoll muss festhalten, dass ordnungsgemäß eingeladen wurde, wer anwesend war, was beschlossen wurde und mit welchen Stimmen. Bei Wahlen kommen Amt, vollständiger Name, Geburtsdatum, Wohnort und die ausdrückliche Annahme der Wahl dazu — das braucht das Registergericht. Unterschrieben wird von Versammlungsleitung und Protokollführung.

Ohne E-Mail, ohne Anmeldung. Kopieren, ausfüllen, unterschreiben.

Acht Punkte, eine Unterschrift.

Ergebnisprotokoll zum Kopieren
PROTOKOLL DER MITGLIEDERVERSAMMLUNG

Verein:              Musterverein e. V., Musterstadt
Registernummer:      VR ____ beim Amtsgericht ____________
Datum:               ____________
Ort:                 ____________
Beginn / Ende:       ____ Uhr / ____ Uhr
Versammlungsleitung: ____________
Protokollführung:    ____________

Anwesend: ____ stimmberechtigte Mitglieder laut Anwesenheitsliste
(Anlage 1), davon ____ mit Vollmacht (Anlage 2).

TOP 1  Eröffnung und Feststellungen
  Die Versammlungsleitung eröffnet um ____ Uhr, begrüßt die Anwesenden
  und stellt fest: Die Einladung ist am ____________ in der nach der
  Satzung vorgeschriebenen Form an alle Mitglieder ergangen; die
  Ladungsfrist von ____ Wochen ist gewahrt; die Tagesordnung lag bei.
  Gegen die Tagesordnung werden keine Einwände erhoben.
  Die Versammlung ist beschlussfähig.

TOP 2  Bericht des Vorstands
  ____________________________________________________________

TOP 3  Kassenbericht
  Einnahmen ________ €, Ausgaben ________ €, Bestand zum 31.12. ________ €.

TOP 4  Bericht der Kassenprüfer
  Die Kassenprüfer ____________ und ____________ berichten über die
  Prüfung vom ____________ und empfehlen die Entlastung des Vorstands.

TOP 5  Entlastung des Vorstands
  Antrag: „Die Mitgliederversammlung erteilt dem Vorstand für das
  Geschäftsjahr ____ Entlastung."
  Abstimmung: Ja ____ / Nein ____ / Enthaltungen ____
  Die betroffenen Vorstandsmitglieder haben nicht mitgestimmt (§ 34 BGB).
  Beschluss: angenommen / abgelehnt.

TOP 6  Wahlen
  Amt: ____________
  Vorgeschlagen: ____________, geboren am ______, wohnhaft ____________
  Abstimmung: Ja ____ / Nein ____ / Enthaltungen ____
  Die gewählte Person nimmt die Wahl an.
  (Je Amt einzeln wiederholen.)

TOP 7  Anträge
  Antrag von ____________ im Wortlaut:
  ____________________________________________________________
  Abstimmung: Ja ____ / Nein ____ / Enthaltungen ____

TOP 8  Verschiedenes
  Aussprache ohne Beschlussfassung.

Ende der Versammlung: ____ Uhr


____________________          ____________________
Versammlungsleitung           Protokollführung

Anlagen: 1 Anwesenheitsliste · 2 Vollmachten · 3 Einladung mit Tagesordnung

Ohne E-Mail, ohne Anmeldung. Ändert, was ihr braucht — es ist eure Vorlage.

Sechs Stellen, an denen Protokolle scheitern.

  • Die Feststellung zur Einladung. Der wichtigste Satz des ganzen Protokolls. Wer später einen Beschluss angreift, greift fast immer die Ladung an — und dann zählt, was hier steht.
  • Zahlen statt „einstimmig“. Ja, Nein, Enthaltungen. Auch wenn alle dafür sind: die Zahl dazuschreiben.
  • Wahlen einzeln. Jedes Amt, jede Person, jedes Ergebnis — und die Annahme der Wahl. Ein Protokoll mit „der Vorstand wurde gewählt“ geht vom Registergericht zurück.
  • Anträge im Wortlaut. Nicht sinngemäß. Ein Beschluss kann nur so weit reichen wie der Text, über den abgestimmt wurde.
  • Unter „Verschiedenes“ wird nichts beschlossen. Was dort trotzdem beschlossen wird, steht auf wackligem Grund, weil es nicht in der Einladung angekündigt war.
  • Unterschreiben am selben Abend. Nicht nächste Woche, wenn die Erinnerung schon weicher ist.

Warum das Gericht euer Protokoll liest.

Für Vereine gibt es keine gesetzliche Protokollpflicht im BGB — die Pflicht steht meist in der Satzung. Sobald sich aber der Vorstand ändert, wird das Protokoll zur Urkunde:

Wortlaut · § 67 Abs. 1 BGB

Jede Änderung des Vorstands ist von dem Vorstand zur Eintragung anzumelden. Der Anmeldung ist eine Abschrift der Urkunde über die Änderung beizufügen.

§ 67 Abs. 1 BGB bei gesetze-im-internet.de

Diese „Urkunde über die Änderung“ ist euer Protokoll. Deshalb stehen dort Angaben, die sonst niemand bräuchte: Geburtsdatum, Wohnort, die Annahme der Wahl. Fehlt eines davon, kommt die Anmeldung zurück — und die nächste Versammlung ist ein Jahr entfernt.

Der zweite Grund steht im Beschlussrecht selbst:

Wortlaut · § 32 Abs. 1 Satz 2 BGB

Zur Gültigkeit des Beschlusses ist erforderlich, dass der Gegenstand bei der Berufung bezeichnet wird.

§ 32 Abs. 1 Satz 2 BGB bei gesetze-im-internet.de

Ob das eingehalten wurde, lässt sich Jahre später nur am Protokoll und an der Einladung nachvollziehen. Beides gehört deshalb zusammen abgelegt — die Einladung als Anlage 3.

Das Muster löst das Blatt Papier. Es löst nicht die Frage, ob ihr an alles gedacht habt. Dafür gibt es den 14-Tage-Ablauf.

Was mit dem Protokoll noch passieren muss.

  1. Unterschreiben und ablegen

    Versammlungsleitung und Protokollführung, am selben Abend. Eine Kopie ins Vereinsarchiv, eine zum Kassenbericht.

  2. An die Mitglieder

    Wenn die Satzung es vorsieht oder es üblich ist. Spätestens auf Nachfrage — Mitglieder haben ein Einsichtsrecht in die Beschlüsse ihres Vereins.

  3. Zum Notar, wenn gewählt wurde

    Für die Registeranmeldung braucht der Notar das Protokoll als Abschrift. Was dann kommt, steht im Ratgeber Vereinsjahr.

  4. In die Übergabe

    Das Protokoll ist der erste Punkt jeder Übergabemappe. Wer als neuer Vorstand nicht weiß, was beschlossen wurde, verwaltet fremde Entscheidungen.

Am Rand: Protokolle sind die früheste Quelle für Vorhaben — „wir brauchen neue Noten“, „das Vereinsheim müsste gestrichen werden“. Wer das liest, bevor bestellt wird, kann noch eine Förderung beantragen; danach gilt das Vorhaben als begonnen und ist meist ausgeschlossen (Nr. 1.3 der Verwaltungsvorschriften zu § 44 BHO).

Zum Protokoll.

Wortprotokoll oder Ergebnisprotokoll?
Für Vereine reicht das Ergebnisprotokoll — was beschlossen wurde und mit welchen Stimmen. Ein Wortprotokoll ist aufwendig und hilft niemandem; entscheidend sind Anträge im Wortlaut und Abstimmungsergebnisse in Zahlen. Nur wenn die Satzung ausdrücklich etwas anderes verlangt, gilt etwas anderes.
Wer muss unterschreiben?
In aller Regel Versammlungsleitung und Protokollführung — was genau, sagt eure Satzung. Für die Registeranmeldung ist wichtig, dass die Unterschriften auf der Abschrift zu sehen sind, die zum Notar geht.
Müssen wir das Protokoll an alle Mitglieder schicken?
Nur wenn die Satzung es vorsieht. Ein Einsichtsrecht in die gefassten Beschlüsse besteht aber, und Streit darüber ist unangenehmer als ein PDF im Mitgliederbereich. Wir empfehlen: standardmäßig zugänglich machen.
Wie lange müssen wir Protokolle aufbewahren?
So lange, wie die Beschlüsse wirken — bei Satzungsänderungen, Wahlen und Grundstücksfragen also praktisch dauerhaft. Steuerlich relevante Unterlagen unterliegen eigenen Fristen. Der einfachste Weg: alle Protokolle behalten, sie brauchen keinen Platz.
Können wir digital protokollieren?
Ja. Das Protokoll kann am Laptop entstehen und als PDF abgelegt werden. Für die Registeranmeldung verlangen viele Gerichte eine Abschrift mit Unterschriften — drucken, unterschreiben, einscannen ist deshalb der sichere Weg.

Hinweis: Wir bauen und betreuen Vereinswebsites, wir sind keine Rechtsanwälte und keine Steuerberater. Die Gesetzesstellen sind wörtlich zitiert und verlinkt, alles andere sind Erfahrungen aus der Vereinsbetreuung. Für euren Fall fragt bitte das Amtsgericht, das Finanzamt, einen Notar oder eine Beratungsstelle für Vereine, zum Beispiel beim Landessportbund oder der Freiwilligenagentur.

Kai Rauch, Inhaber von vereinsbühne

Wurde bei euch
neu gewählt?

Das Protokoll ist der Anfang. Danach kommen Register, Bank, Zugänge, Verträge und das Wissen aus drei Köpfen. Vorstandswechsel 14 macht daraus zwei geordnete Wochen.

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